Zero Waste

Dienstag, 19. Juni 2018 |

Habt ihr schon einmal was von Zero Waste gehört? Ich kann mich mittlerweile ehrlich gesagt schon gar nicht mehr genau daran erinnern, wie ich gegen Ende des letzten Jahres auf den Terminus "Zero Waste" gestoßen bin. War es Youtube? War es eine Doku im Fernsehen? Ich habe keine Ahnung, leider. Aber eines ist sicher, Zero Waste ist mir seitdem im Kopf geblieben und Monsieur und ich versuchen es seitdem in unserem Leben zu implementieren. Aber fangen wir doch einmal von vorne an...

Was ist Zero waste? Zero Waste ist ein Lebenstil, wo so wenig Müll wie möglich produziert werden soll. Die 5 R's von Zero Waste geben eine gute Hilfestellung, um diese Müllreduzierung durchzuführen. Man beschränkt sich auf das Wesentliche (refuse und reduce) und lebt genügsamer. Brauche ich wirklich immer das neu angepriesene Küchengadget oder die neue it-Handtasche? Man benutzt bevorzugt Dinge, die eine lange Lebensdauer haben und kauft statt Neuware gebrauchte Sache (reuse). Das spart Geld und schont gleichzeitig die Umwelt. Und dass Recyceln und Kompostieren etwas Gutes sind und man einiges damit bewegen kann, habe ich schon damals in der Grundschule während der Projektwoche "Umweltschutz" gelernt. Auf Wasteland Rebel findet ihr eine gute Zusammenfassung der 5 R's.

Was bedeutet Zero Waste für meinen Alltag? Ich versuche nun schon seit einem knappen halben Jahr beim Einkaufen bestmöglich auf verpackte Produkte zu verzichten. Wieso müssen Obst und Gemüse extra in Plastik oder Papier (was immerhin schon besser ist als Plastik) verpackt sein, wenn Mutter Natur den meisten von ihnen einen natürlichen Schutz namens Schale gegeben hat? Manchmal ist das unverpackte Einkaufen einfacher, manchmal ist es schwieriger. Obst und Gemüse unverpackt zu bekommen ist i.d.R. recht einfach, da die meisten Supermärkten trotz des Verpackungswahns noch "nacktes" Obst und Gemüse anbieten. Bei Käse, Fleisch und Fisch gestaltet sich das dann leider schon schwieriger. Doch über die letzten Monate haben Monsieur und ich Wege gefunden, um auch diese Produkte so verpackungsarm wie möglich zu bekommen. Unseren Käse kaufen wir in denn's Biomarkt, wo man seine eigenen Behälter an der Theke benutzen darf. Einen Fischverkäufer unseres Vertrauens haben wir auch, der uns ohne Probleme die Meeresprodukte in unsere Dosen abfüllt. Wurst kaufen wir auch in 90% der Fälle verpackungsfrei. Lediglich unser Fleisch kommt häufig mit der Verpackung der Frischetheke zu uns nach Hause. Da wir i.d.R. nur zweimal Fleisch die Woche essen, können wir uns damit noch anfreunden. Die restlichen Sachen kaufen wir im Unverpacktladen, weil wir das Glück haben nur ca. 10 Minuten zu Fuß entfernt von einem zu wohnen.


Apropos Unverpacktladen, ist das nicht teuer auf Dauer? Jaein. Die meisten Sachen sind schon teurer als die gängigen Produkte im Supermarkt, vorallem wenn man beim Vergleichen auf den Preis von Discountermärkten schielt. Aber ganz ehrlich, meistens sind es nur Centbeträge und wenn man der Umwelt etwas Gutes tun möchte, dann muss man ggf. ein paar Opfer bringen (i.d.R. konsumiert man bei ZW aber weniger und spart so insgesamt wiederum Geld). Aber wer den Cent nicht ehrt, ist den Euro nicht wert und ich bin selbst auch ein kleiner Sparfuchs. Monsieur und ich machen es zum Beispiel so: Gewürze, Seifen und Dinge, die wir nicht oft verwenden (Backpulver, Risotto etc.) kaufen wir im Unverpacktladen. Den Reis teilen wir uns mit meinen Eltern, die ihren immer in großen Reissäcken im Asialaden kaufen - auch das spart Verpackung. Nudeln kaufen wir immer noch im Supermarkt ein, haben uns dort aber auf den Anbieter begrenzt, der die Nudeln in einem kleinen Pappkarton anbietet. Zwar hat der Karton ein kleines Sichtfenster aus Folie, aber es ist ein Schritt der Reduktion. Preistechnisch sind diese Nudeln auch etwas teurer als die Supermarkteigenmarke, es ist aber immer noch wesentlich günstiger als im Unverpacktladen.

Also sind wir nicht Zero Waste? Nein, wir sind nicht Zero Waste und wir werden wohl auch niemals Zero Waste sein. Wenn ich mit Freunden darüber spreche, sage ich immer, dass wir einen Low Waste-Haushalt führen. Wir versuchen so gut es geht Müll zu vermeiden, aber wir versuchen es nicht krampfhaft. Weil ganz ehrlich, jegliches Plastik, was man einsparen kann, ist schon ein Erfolg! Man muss sich kleine Ziele stecken, sonst verliert man den Spaß an der Sache und gibt am Ende vielleicht noch ganz auf. Ich muss gestehen, dass ich am Anfang - motiviert und inspiriert von all den tollen Zero Wastelern im Internet - krampfhaft alles bei uns zu Hause implementieren wollte und jedes Mal enttäuscht vom Einkaufen nach Hause kam, wenn/weil ich ein bisschen Verpackungsmüll mitgebracht habe. Aber da hat mich mein Monsieur gut zusammengestutzt und jetzt haben wir unseren eigenen Low Waste-Stil gefunden.

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Wenn es jemanden von euch jetzt auch gepackt hat, dann kann ich euch definitiv den Blog von Wasteland Rebel empfehlen oder ihr Buch zum Thema Zero Waste. Alternativ gibt es die englische Lektüre von Bea Johnson, der "Mutter der Zero Waste Bewegung". Einen interessanten Artikel zum Thema Plastikmüll habe ich heute auf laurelkoeniger gelesen, falls ihr mehr über die aktuellen Konsequenzen unseres Plastikwahns wissen möchtet.

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Kommentare:

  1. Finde ich sehr gut, dass du darüber berichtest, weil wir doch unbewusst auch sehr verschwenderisch sind. Mit dem Thema muss ich mich nochmal genauer auseinander setzten und finde deine Buchvorstellungen sehr interessant. Ich werde sie mal googeln :-*

    viele liebe Grüße
    Melanie / Goldzeitblog

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    1. Ich bin gespannt, ob du dich für das Thema begeistern lässt <3

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  2. Toller und wichtiger Beitrag. Dieses Thema muss wohl noch viel mehr in unser aller Bewusstsein uebergehen. Ich hoffe, dass die grossen Supermarktketten irgendwann auch noch mehr darauf reagieren und Obst und Gemuese ueberhaupt nicht mehr in Plastik anbieten. Ich gehe immer mit einer Stofftasche einkaufen, aber da ist noch viel Potenzial nach oben bei mir. Bei uns in der Firma gibt es immer Kaffee in Pappbechern in der Kantine, ich muss unbedingt mal eine eigene Tasse mitbringen, denn das ist taeglich dann ja auch ein kleiner Fortschritt wenn man ca. 2 Kaffee trinkt.

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    1. Definitiv wäre das mit deiner eigenen Tasse ein Fortschritt! Wie gesagt, jede noch so kleine Aktion von uns bringt eine Veränderung. Ich gehe auf der Arbeit mittlerweile immer mit eigenem Teller in die Cafeteria zum Brötchen holen. Ich esse das Brötchen sowieso direkt am Platz und für die eine Etage ein Papier und Tüte zu nehmen ist reine Verschwendung.
      Freut mich, dass mein Beitrag dir gut gefallen hat und dich anregen konnten

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  3. Ein super interessanter Beitrag, danke dafür!
    Die Idee "Zero(oder Low) Waste" ist super und so so wichtig und gut für unsere Umwelt. Lange können wir mit dem Plastik-Wahn nämlich nicht mehr weitermachen, wenn wir unsere Mutter Erde nicht komplett zerstören wollen. Ich finde es auch echt krass, wie viele Dinge in Supermärkten in Plastik eingepackt sind - völlig unnötig wohlgemerkt!

    Ich finde es super, dass ihr euch darum bemüht, so wenig Müll wie möglich zu produzieren :)

    Ganz liebe Grüße,
    Krissi von the marquise diamond
    https://www.themarquisediamond.de/

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    1. Lieben Dank für das Lob! Ich teile deine Meinung bzgl. des Umgangs mit Mutter Natur. Immerhin sollen unsere Kindeskinder etc. ja auch noch auf ihr leben können!

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  4. Ich finde das wirklich total gut ! Das Thema wird immer intensiver und ist so wichtig :)

    Liebe Grüße
    Measlychocolate by Patty
    Measlychocolate now also on Facebook

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  5. Hey,
    fand den Blogpost wirklich interessant. Ich hatte neulich auch so eine Situation, wo ich mir einen Kaffe "für Hier" bestellt habe und selbst da habe ich den im Pappbecher bekommen. Es ist wirklich krass wie unachtsam mit dem Thema Müll umgegangen wird. Finde wirklich gut, wie sehr ihr euch damit auseinander setzt :)

    Liebe Grüße,
    Sophia (www.hyggefeeling.com)

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    1. Das ist ja wirklich heftig! Aber du ahnst nicht, was für verschwenderische Aktionen ich schon alles gesehen habe! Aber je mehr man die Leute auf solche Sachen hinweist, desto bewusster werden sie :)

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  6. Ein ziemlich wichtiges Thema. Ich versuche es, jedoch ist es ziemlich schwer. Selbst im Supermarkt muss man kämpfen und diskutieren, um bitte dieses oder jenes nicht in Plastik eingepackt zu bekommen.
    Liebe Grüße
    Doreen

    www.hedmee.de

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    1. "Kämpfen" trifft es sehr gut! Aber die Mühe lohnt sich und je öfter man es macht, desto mehr Leute werden darauf aufmerksam, finde ich :)

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  7. Tolle Tipps um dem Plastikkonsum und allgemein den Müll reduzieren zu können - wir versuchen auch bewusster einzukaufen aber in einem Unverpacktladen war ich bisher nich nicht. Das werde ich mir als Nächstes vornehmen :)


    xxx
    Tina

    https://styleappetite.com

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    1. Tu das! Wenn du sowieso schon bewusster konsumierst, wird dir der Laden bestimmt gefallen!! :)

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  8. Was für ein interessanter und wichtiger Beitrag. Ich denke, Zero Waste total ist sehr schwierig zu schaffen; aber jeder kann etwas dazu beitragen, Müll zu verhindern und wenn es täglich nur eine Kleinigkeit ist, dann ist schon ein Anfang gemacht. Daher sind solche Artikel wie deiner ein guter Hinweis, ein Bewusstmachen, sodass jeder einfach mal überlegt, wo er Abfall sparen kann, wie er in verschiedenen Bereichen Müll vermeiden kann. Ich hoffe, dass viele Menschen deinen Beitrag lesen und danach in ihrem Umfeld zumindest kleine Änderungen vornehmen.
    Ich wünsche dir einen schönen Tag und alles Liebe

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    1. Danke für deinen lieben Kommentar. Zero Wate finde ich auch sehr schwer, aber low waste gefällt mir gut. Wie du selbst sagst, solange jeder ein bisschen etwas tut, ist das schon Veränderung genug!

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  9. Ich finde das ganze Thema unglaublich interessant. :) Ich möchte selbst auch weniger Waste produzieren und werde mir demnächst auch erstmal eine wiederverwendbare Wasserflasche & Kaffeebecher kaufen :)
    Alles Liebe, Lea von http://leachristin.com

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    1. Das ist ein toller Vorsatz, liebe Lea :) Amazon hat da ein riesiges Angebot, aber wenn du auf den Versand und die Verpackung dabei verzichten möchtest, dann kann ich dir TK Maxx empfehlen. Da habe ich auch meine Wasserflasche hier und die Preise dort sind genauso günstig wie bei Amazon und die Auswahl ist auch riesig!

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  10. Ein sehr interessanter Post! Ich staune auch immer, wenn ich sehe, wieviel Müll so zusammenkommen kann bei einem 2-Personen-Haushalt o.O
    Love, Héloise
    Et Omnia Vanitas

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  11. Den Beitrag finde ich toll, ich suche gerade nach Inspiration und Anregung, denn ich glaube, dass sich in jedem Haushalt so viel ändern muss! Ich trage jede Woche so viel Müll raus und davon auch viel Plastik... es ist super schwer zu sehen, wo man anfangen soll. Aber ich denke jeder noch so kleine Schritt ist hilfreich für die Umwelt.

    xx Kim

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